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Archiv

Jahresthemen

Jedes Jahr gibt der Verein seinen Konferenzen ein gemeinsames Leitthema. Es prägt die Tagesordnungspunkte der Gremien, die Vorbereitungsmaterialien und das Rahmenprogramm.

Aktuelles Jahresthema 2026

Verbrannte Erde - Klimaschutz im Schatten der Krisen

Frühere Jahresthemen

  • 2025 „Stärke des Rechts oder das Recht der Stärkeren – Wer löst wie die Krisen von heute und morgen?" Text lesen

    Jedes Jahr gibt der Verein seinen Konferenzen ein gemeinsames Leitthema. 2025 fragen wir, ob internationale Ordnung heute noch durch Regeln entsteht — oder durch Machtverhältnisse. Das Thema prägt die Tagesordnungspunkte beider Planspiele, die Vorbereitungsmaterialien und die Diskussionen im Plenum.

    Das Jahresthema gibt beiden Konferenzen eine gemeinsame Frage, an der sich Tagesordnungspunkte, Vorbereitungsmaterialien und Rahmenprogramm ausrichten.

    Ukraine, Gaza, Ostkongo — wer auf die Welt blickt, sieht Krisen und bewaffnete Konflikte. Die Leidtragenden sind meistens die Zivilbevölkerung, also unbewaffnete Personen.

    Die UN-Charta, der Gründungsvertrag der Vereinten Nationen, hat vor 75 Jahren eigentlich eine Alternative zu dieser Welt geschaffen. Mit Gründung der Organisation waren die Staaten „fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat" und „als gute Nachbarn in Frieden miteinander zu leben". Kriegshandlungen wurden mit der UN-Charta auf nur noch zwei mögliche Fälle reduziert: als Akt der Selbstverteidigung eines einzelnen Staates oder als kollektive Selbstverteidigung, also als gemeinsamer Gewalteinsatz der UN-Staaten gegen einen angreifenden Staat, mandatiert durch den UN-Sicherheitsrat.

    Im Jahr 2025 scheint dieser Grundsatz nicht mehr zu gelten. Gewaltvolle Zwangsmaßnahmen finden ohne Resolution des UN-Sicherheitsrats statt, der aufgrund des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine in Bezug auf viele Konflikte blockiert ist. Auf den Golanhöhen zwischen Israel und Syrien wurde die seit 1950 bestehende, älteste UN-Friedensmission beschossen. Und im Ostkongo bekämpfen sich die kongolesische Armee und die Miliz M23, die als nichtstaatliche Einzelgruppen ganz anderen Regelungen unterliegen — und nicht dem klassischen Gewaltverbot. Gilt also inzwischen eher das Recht der Stärkeren?

    Für die Vereinten Nationen und ihren Chefdiplomaten António Guterres steht fest: Sie glauben weiterhin an eine Welt, in der das Zusammenleben ohne Gewalt geregelt wird. Humanitäres Völkerrecht und Gewaltverbot müssen eingehalten werden. Gleichzeitig ist die Organisation sich ihrer immer geringer werdenden Ressourcen bewusst. In seiner Neuen Agenda für den Frieden ruft Guterres zu mehr Regionalisierung in der Gewaltbekämpfung auf: Neben den Vereinten Nationen sollen also stärker Organisationen wie die Europäische oder die Afrikanische Union Verantwortung tragen.

    Die Vereinten Nationen möchten weiterhin die Krisen von morgen lösen — versuchen aber auch, die Verantwortung für mangelndes Handeln auf andere Organisationen und ihre Mitgliedstaaten zu verschieben. Sie erteilen dem Recht der Stärkeren eine klare Absage, sind aber nicht mehr bereit, allein alle Ressourcen in die Aufrechterhaltung der Stärke des Rechts zu stecken. DMUN beschäftigt sich in diesem Jahr mit dieser Entwicklung und stellt sich die Fragen: Wo können die Vereinten Nationen die Krisen von morgen lösen? Und wer ist sonst verantwortlich?

  • 2024 „Grenzen des Wachstums – Wie viel Wohlstand verträgt die Welt?" Für dieses Jahr liegt noch kein Text vor.
  • 2023 „Eine Welt auf Augenhöhe – Strukturelle Ungerechtigkeiten überwinden" Text lesen

    In der UN-Generalversammlung hat jeder Staat eine Stimme. Dies steht für eine gleichberechtigte Zusammenarbeit und Lösung von weltweiten Problemen.

    Ein Blick in die Realität zeigt allerdings, dass dieser Gleichheitsanspruch alles andere als erfüllt ist: Die Folgen des Klimawandels treffen die Menschen am stärksten, die ihn am wenigsten verursacht haben. In Deutschland werden Viert-Impfungen gegen Corona ausgegeben, während in afrikanischen Staaten viele Menschen noch keine erste Impfung erhalten haben. Und europäische Bürger*innen können nach Katar fliegen, um die Fußballweltmeisterschaft – ermöglicht durch die Ausbeutung unzähliger Gastarbeiter*innen – zu schauen, während weiterhin hunderte Menschen auf der Flucht nach Europa im Mittelmeer sterben.

    Auch wenn die UN die „Gleichheit aller Staaten“ in ihrem Gründungsdokument als Ziel gefasst haben, gibt es heute also vor allem eines: Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten.

    Wer auf internationaler Ebene viel Macht hat und wer wenig, ergibt sich aus verschiedensten Faktoren: Geld, Zugang zu Bildung, Sprachkenntnisse wie Englisch und Französisch. Diese Machtbeziehungen ergeben sich vor allem aber aus historischen Entwicklungen der letzten Jahrhunderte.

    Über lange Zeit haben Staaten des Globalen Nordens, also europäische und teils amerikanische Staaten, die Staaten des Globalen Südens als Kolonialmächte ausgebeutet, ihre Ressourcen abgebaut und Abhängigkeitsverhältnisse geschaffen. Auch mit Ende der Kolonialzeit wurden diese Abhängigkeitsverhältnisse nicht beendet. Heute gibt es weltweit eine Dominanz und Ausbeutung von Staatengruppen über andere.

    Dazu gehört die Verteilung von Armut und Reichtum: Der aus der Kolonialzeit stammende Reichtum macht es europäischen Staaten sehr einfach, ihren Wohlstand zu erhalten, während viele ehemals kolonialisierte Staaten zum Beispiel keine Mittel zur Gesundheitsversorgung ihrer Bevölkerung haben. Diese Zusammenhänge lassen sich auch in der Entwicklungszusammenarbeit beobachten: Staaten des Globalen Nordens geben mit ihrer Finanzierung vor, welche Prioritäten Staaten des Globalen Südens in ihrer Politik setzen sollten. Oftmals wird dabei ein bestimmtes Verständnis von Entwicklung, das sich an der industrialisierten Entwicklung europäischer Staaten orientiert, als selbstverständlich angenommen, obwohl Staaten vielleicht gar nicht diesen Weg einschlagen wollen und können. Exemplarisch zeigen sich diese neokolonialen (also neu kolonialen) Verhältnisse auch daran, wer Ressourcen wie seltene Erden abbauen darf: Meist sind es Firmen aus dem Globalen Norden, die an dem Ressourcenabbau verdienen, während Menschen aus dem Globalen Süden sich den Gefahren des Abbaus für niedrigste Löhne aussetzen müssen.

    Die Ungleichheiten sind also keine Einzelfälle, sondern strukturell, also im Aufbau beispielsweise der Weltwirtschaft und der Gestaltung des UN-Systems fest verankert. Auch die Vereinten Nationen sind nicht frei davon: In manchen Institutionen dürfen Staaten gemäß ihrer Beitragszahlungen abstimmen, reichere Staaten können sich größere Delegationen und damit mehr Einfluss leisten und zum Zeitpunkt der Gründung der Organisation waren die meisten der heutigen Mitglieder noch keine Staaten und konnten somit auch die Struktur der Organisation nicht mitbestimmen.

    Die Machtverteilung zwischen Staaten des Globalen Nordens und Südens sorgt weltweit für Abhängigkeitsverhältnisse und strukturelle Ungleichheiten. Diese gilt es, so schnell wie möglich aufzubrechen und zu verändern. Dazu braucht es zunächst ein Bewusstsein, dass diese Strukturen überhaupt existieren. Es müssen aber auch konkrete Maßnahmen folgen. So haben zum Beispiel in der Klimabewegung weiße europäische Personen wie Greta Thunberg, die von der Klimakrise selbst deutlich weniger betroffen sind, beschlossen, in den Hintergrund zu treten und Aktivist*innen aus dem Globalen Süden verstärkt die Stimme zu geben.

    Für eine Welt auf Augenhöhe muss viel verändert werden und Menschen, Gruppen und Staaten müssen Macht teilen – dass es sich langfristig lohnen wird und deshalb dafür eine nachhaltige Gerechtigkeit einzustehen ist, ist allerdings klar.

  • 2022 „Gemeinsam aus der Krise – Die Stunde der Nachhaltigkeit?" Text lesen

    Covid-19-Pandemie, Folgen des Klimawandels, Nahrungsmittelknappheit, kriegerische Auseinandersetzungen, Einschränkungen der Menschenrechte bis hin zur Krise der internationalen Zusammenarbeit – die internationale Gemeinschaft sah und sieht sich mit einer Vielzahl an krisenhaften Entwicklungen konfrontiert. In seiner Rede an die UN-Generalversammlung im September 2021 sprach UN-Generalsekretär António Guterres von einer Kaskade an Krisen und betonte: Jetzt ist die Zeit, um diese Dinge anzugehen.

    Denn die Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung, die sich die internationale Gemeinschaft bis zum Jahr 2030 gesetzt hat, geht nur schleppend voran. Die Beseitigung der Armut scheint außer Reichweite, Covid-19 hat die Situation für Millionen hungernde Menschen weltweit verschärft, den Zugang zu Bildung geschmälert und die Bereitschaft von Staaten zu gegenseitiger Hilfe verringert. Gleichzeitig hat die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre trotz Lockdowns weiter zugenommen – wir tun also nach wie vor zu wenig, um die Klimakrise zu bekämpfen.

    Was also ist zu tun? Wie können wir eine für alle gerechte Zukunft gestalten? Eine Vielzahl an miteinander verknüpften Herausforderungen fordern nachhaltige Lösungen von uns. Nachhaltigkeit bedeutet, ökologische, wirtschaftliche und soziale Herausforderungen und mögliche Lösungen nicht gegeneinander auszuspielen, sondern gemeinsam zu denken. Dabei finden die Interessen aller Menschen der Welt und auch die künftiger Generationen Gehör.

    Krisen wie Covid-19 oder der menschengemachte Klimawandel zeigen uns: Viele Herausforderungen können nur durch eine starke internationale Zusammenarbeit nachhaltig und für alle Seiten gerecht angegangen werden. Gleichzeitig werden seit einigen Jahren – und nicht erst seit Beginn der Pandemie – Alleingänge verschiedener Staaten weltweit immer zahlreicher.

    Ist nun die Zeit für gemeinsame und nachhaltige Lösungen gekommen? Und was kann jede*r Einzelne von uns dafür tun?

    Diesen Fragen will DMUN e.V. im Jahr 2022 nachgehen.

    Informationen zum aktuellen Jahresthema-Workshop werden hier und auf unseren Social Media Kanälen veröffentlicht.

  • 2021 „Generation Zukunft – zwischen Schutzbedürfnis und Gestaltungsanspruch" Text lesen

    “Junge Menschen haben einen enormen Wert für unsere Gesellschaften. Wir müssen sie schätzen, in sie investieren und sie stärken.”
    Diese Worte des Generalsekretärs der Vereinten Nationen Antonio Guterres aus dem Jahr 2017 sind heute vielleicht wichtiger als je zuvor. Jugendliche in vielen Staaten sind heute politisiert wie selten. Das prominenteste Beispiel für die politische Aktivität und Bedeutung junger Menschen sind sicher die andauernden Fridays for Future Demonstrationen und Aktivitäten, die innerhalb der letzten Monate in über 160 Ländern der Welt stattfanden.

    Dass Kinder und Jugendliche eine Stimme verdient haben und bei politischen Entscheidungen berücksichtigt werden müssen, dringt in jüngster Zeit zu nationalen Regierungen sowie den Vereinten Nationen durch. Die Jugendbotschafterin des Generalsekretärs Jayathma Wickramanayake setzt sich für Jugendpartizipation in den UN-Organisationen ein, der UN-Sicherheitsrat hat mit seiner Resolution 2250 die Rolle der Jugend im Bereich Frieden und Sicherheit anerkannt und beim Jugend-Klimagipfel können Jugendliche ausführlich ihre Positionen zu dieser wichtigen Thematik darlegen.

    Trotz all dieser und weiterer Bemühungen ist der tatsächliche Einfluss junger Menschen auf die Politik jedoch nach wie vor zu gering. Das Durchschnittsalter von Parlamentarier*innen weltweit liegt 2020 bei etwa 53 Jahren, während das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung nur 31 Jahre beträgt. Ein Missverhältnis, das exemplarisch für die Unterrepräsentation junger Menschen steht.

    Gleichzeitig leiden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene besonders stark unter Krisen und Katastrophen. Etwa vierzig Prozent der Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, sind Kinder. Zwischenzeitlich konnten aufgrund der Covid-19-Pandemie bis zu 90% der Schüler*innen keine Schulen mehr besuchen; von ihnen hat etwa die Hälfte keinen sicheren Zugang zu Online-Lernmöglichkeiten. Kinder und Jugendliche, die im Rahmen von Katastrophen und Konflikten ihre Eltern verlieren, sind oft auf sich allein gestellt und erfahren vielerorts keine ausreichenden Hilfen.

    Junge Menschen sind von herausragender Bedeutung für die Zukunft des Planeten und der Menschheit. Dennoch wird ihre Stimme häufig systematisch überhört und sie sind Krisen und Katastrophen ohne ausreichende Hilfen ausgeliefert. Kinder und Jugendliche sind eine besonders vulnerable Gruppe. Doch sie sind diejenigen, die in der Zukunft leben werden und sie daher maßgeblich mitgestalten wollen und sollen.

    Die Generation findet sich wieder zwischen Schutzbedürfnis und Gestaltungsanspruch. Diesem Spannungsfeld will DMUN e.V. in diesem Jahr Rechnung tragen und untersuchen, inwieweit die Welt den Ansprüchen und Bedürfnissen auf der einen Seite und dem Potential junger Menschen auf der anderen Seite gerecht wird.

    In seiner Arbeit setzt sich DMUN e.V. dafür ein, die Partizipation von Jugendlichen an politischen Entscheidungsprozessen zu fördern. Auf den von DMUN e.V. organisierten Model United Nations (MUN)-Konferenzen setzen sich die Teilnehmenden intensiv mit komplexen Herausforderungen auf globaler Ebene auseinander und nehmen selbst aktiv die Rolle wichtiger Akteur*innen der internationalen Diplomatie ein.

    Neben diesen Simulationen der UN-Verhandlungen wird DMUN e.V. das Jahresthema 2021 in einer Veranstaltungs- und Workshopreihe aufgreifen. “Was ist die Resolution 2250 und welche Konsequenzen hat sie für die Jugend und das Handeln der internationalen Gemeinschaft?”, “Wie können sich junge Generationen in nationalen und internationalen Entscheidungsprozessen Gehör verschaffen?” und “Welche politischen Entwicklungen sind notwendig, um dem Schutzbedürfnis und Geltungsanspruch junger Menschen angemessen Rechnung zu tragen?” – das sind drei Fragen, die DMUN e.V. in der Veranstaltungsreihe zum Jahresthema 2021 mit Expert*innen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft und allen Interessierten untersuchen wird.

  • 2020 „Große Ziele, hohe Hürden – Fünf Jahre Agenda für nachhaltige Entwicklung" Text lesen

    Das Jahresthema des DMUN-Vereins für 2020 ist “Große Ziele, hohe Hürden – Fünf Jahre Agenda für nachhaltige Entwicklung“.

    Die Agenda für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen hält für den Zeitraum von 2015 bis 2030 17 große Ziele fest. Diese berücksichtigen alle drei Ebenen der Nachhaltigkeit: Die soziale Ebene, die Umwelt-Ebene und die Wirtschafts-Ebene.

    Diese 17 Ziele (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) können nicht isoliert betrachtet werden. Sie bedingen sich gegenseitig und bilden ein gesamtheitliches Bild aller entwicklungsbedürftigen Bereiche ab.

    Bei Erreichen aller Ziele verändert sich das Leben der Menschen in jeglicher Weltregion grundlegend zum Positiven und eine bessere Welt wird gewährleistet sein.

    Da die Zwischenbilanz der unterschiedlichen Ziele stark auseinander geht, betrachten wir dieses Jahr die Entwicklungen der SDGs genau.

    Wir wollen sie kritisch hinterfragen und konstruktive Lösungsansätze finden.

    Um so die negativen Entwicklungen umzukehren und die positiven Entwicklungen voranzutreiben, damit man die hohen Hürden zur Erreichung der großen Ziele überwinden kann.

  • 2019 „Internationale (Un-)Ordnung – Diplomatie in der Krise?" Für dieses Jahr liegt noch kein Text vor.
  • 2018 „70 Jahre Menschenrechte – Zwischen weltweitem Anspruch und individueller Wirklichkeit" Text lesen

    Gemäß der UN-Charta ist der Schutz der Menschenrechte eine der wichtigsten Aufgaben der Vereinten Nationen. Bereits drei Jahre nach ihrer Gründung haben die UN mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte diese als universelle, das heißt für alle Menschen gültige Rechte mit dem Status eines völkerrechtlichen Vertrags festgeschrieben. 2006 beschloss die Generalversammlung die Einrichtung eines Menschenrechtsrats, der seitdem als zentrales Gremium im Bereich des Menschenrechtsschutzes agiert.

    Trotz dieses umfassenden Vertragswerks der Vereinten Nationen und der Übereinkunft der internationalen Staatengemeinschaft, dass Menschenrechte einen weltweiten Geltungsanspruch für jeden Menschen besitzen, kommt es täglich überall auf der Welt zu schweren Menschenrechtsverletzungen: Menschen werden aufgrund ihrer politischen Einstellung verfolgt, inhaftiert und gefoltert, durch strukturelle Benachteiligung wird ihnen das Recht auf Nahrung verwehrt und das Recht auf Frieden wird in vielen Regionen durch Bürgerkriege seit Jahren missachtet. Aber auch in Staaten, die sich damit rühmen, Menschenrechte in besonderem Maße zu schützen, müssen Rechte wie etwa Meinungs- und Versammlungsfreiheit, Gleichheit vor dem Gesetz und Recht auf eine lebenswerte Umwelt immer wieder neu erstritten werden und bedürfen in politischen Entscheidungsprozessen oftmals einer besonderen Rechtfertigung.

    70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und elf Jahre Arbeit des Menschenrechtsrats nehmen wir zum Anlass, uns im Rahmen unserer Vereinsarbeit bei DMUN e.V. dem Thema 70 Jahre Menschenrechte – Zwischen weltweitem Anspruch und individueller Wirklichkeit zu widmen.

    Unser Ziel ist es, eine möglichst breite Öffentlichkeit, vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, über das aktuelle Engagement der Vereinten Nationen im Bereich des Menschenrechtsschutzes aufzuklären. Damit einher geht unser Anspruch, die Arbeit der internationalen Staatengemeinschaft, insbesondere des UN-Menschenrechtsrats, einer kritischen Reflexion zu unterziehen. Wir stellen die Frage, inwiefern die Vereinten Nationen eine geeignete Institution zur Durchsetzung von Menschenrechten sind und in welchen Punkten ihre Arbeit intensiviert oder vielmehr neu strukturiert werden muss, um die Menschenrechtslage weltweit nachhaltig zu verbessern.